Eindrücke

Impressio

 

Ablauf der Zeit

Das farbige Schwarz der Nacht in des Mondes Licht,
gemixt mit dem feuchtkalten Dunst der BĂ€ume.
Bizarres SĂ€useln des Windes. Du verstehst es nicht?
Tropfen fallen leis‘ auf das Moos deiner TrĂ€ume,
Spinnweben streicheln sanft dein Gesicht.

Du hĂŒllst dich fröstelnd in das pelzige Schweigen
der flĂŒsternden blauen BlĂ€tter. Vergebens!
Zwischen wiegenden Zweigen
gaukeln Episoden versÀumten Lebens
Nachtfaltern gleich sich im wiegenden Reigen.

Wie die Bilder sich gleichen, der Ablauf der Zeit
wiederholt sich doch stÀndig, nichts bleibt leer.
Morgen ist heute schon Vergangenheit,
und der Sommer fragt lÀngst schon nicht mehr
nach frostigen Tagen der Weihnachtszeit.

Wo in der FrĂŒhe noch schimmerndes GrĂŒn geboren
ist am Abend das Silbergrau schon modern.
Die Fantasie hat lÀngst schon die Unschuld verloren,
die Tage der fröhlichen Kindheit unendlich fern
und im Eis des erfolgreichen Lebens erfroren.
***
 

 

 

 


Magische Zahl

Alle RÀtsel gelöst
nichts mehr gibt es noch zu erkunden,
alle Worte gesagt, nichts mehr
bleibt nun noch zu reden.
Wann verstummte der Mund,
der einmal von Liebe gesprochen?
Wann erstarrte die Hand,
die zĂ€rtlich den anderen berĂŒhrte?
So sitzen sie da
und sehen aneinander vorbei
und zwischen ihnen
sitzen fĂŒnfundzwanzig Jahre!
***

 

 

 

 


Damals

Damals
als meine Welt noch in Ordnung schien,
als deine Schritte auf dem
nassen Strassenpflaster verhallten,
schwebten Schwaden hellen Lichtes
durch den Regenvorhang
unserer letzten Nacht.

Damals,
als der Junimond verschwiegen
durch dunkle Zweige blinzelte,
strahlte er mein Herz unmerklich
in einem kurzen Augenblick
unbarmherzig und
unerbittlich entzwei.

Damals
in dieser letzten Stunde,
noch ein gestohlener Kuss,
dein trĂ€nenschweres FlĂŒstern:
»Wir sehen uns wieder, irgendwann ...«
Diese Worte brennen noch heute
mitleidlos tief in meinen Gedanken.
***
 

 

 

 

Wenn du da bist

Wenn du bei mir bist, fÀllt in das Dunkel
meines Herzens ein heller Sonnenstrahl.
Wenn du mir nah bist, vertreibt dein Blick
die Nebelschleier, die silbrig grau
auf meiner Seele liegen.

Dann möchte ich das Licht
mit beiden HĂ€nden halten
und weiß doch ganz genau,
dass ich zur Sonne Abstand halten muss,
denn sonst ergeht es mir wie Ikarus.
***
 

 

 

 


Nebel

Nebel liegt ĂŒber dem Land,
Sonne versteckt hinter
silbernen Schleiern.
Ich schaue dich an,
doch du bist wie die Sonne,
ich kann dich nur ahnen.
Warum nur verbirgst du
an manchen Tagen
vor mir dein Gesicht?

Schatten will ich verscheuchen,
alle spinnwebgleichen Gespinste
zerstören, die unser Leben belasten,
doch wie fang ich es an?
Tief in mir klingt ein Schmerz:
Ich glaube, du zweifelst zu oft
an meiner Liebe.

Nebel liegt ĂŒber dem Land,
ich sehe dich an und hoffe dabei,
dass hinter den Schleiern
die Sonne fĂŒr uns sichtbar wird.
Oft ist es doch so,
dass nach grauem Nebel
der Tag wunderschön wird
in strahlendem Licht.
***
 

 

 

 


Versprechen

Ich kann dir nicht versprechen,
auf HĂ€nden dich zu tragen.
Ich kann dir nicht versprechen,
vom Himmel her
die Sterne dir zu holen.
Ich kann dir nicht versprechen,
von deinen Augen
jeden Wunsch dir abzulesen,
doch ich verspreche dir,
stets da zu sein, wann immer
du mich wirklich brauchst!
***
 

 

 

 


Vernunft

Aus GrĂŒnden der Vernunft,
so sagtest du,
sollten wir uns trennen.
Aus GrĂŒnden der Vernunft
dĂŒrften wir uns
nicht mehr kennen.
Sag mir, was ist Vernunft?
Mit welchem Maßstab willst du
sie denn messen?
Ich weiss, wenn wir uns wiedersehen,
ist die Vernunft vergessen!
***

 

 

 

 


Ich sag Lebwohl!

Ich kann dir nicht »auf Wiedersehen« sagen,
es tut mir weh, darum sage ich Lebwohl.
Ich werd dir kĂŒnftig aus dem Wege geh‘n,
ich kann nichts anderes tun.
Ich werd‘ versuchen, ohne dich zu leben.
Ich will‘s versuchen und weiß doch nicht wie!

Wenn du nun gehst, geh bitte schnell.
TrÀnen hast du schon genug gesehn.
Lebwohl! Mein Herz begleitet dich
und alle meine guten WĂŒnsche,
doch, wenn du einmal ganz allein
dich fĂŒhlst, dann denk an mich!
Ich bin es auch.
***
 

 

 

 

 

Lebensgewitter

Einst war der Himmel blau,
in hellen Farben leuchtete
der Glanz der BlĂŒten.
Dann zogen Wolken auf,
die wir vorher nicht sahen,
nicht sehen wollten,
und schnell verblasste nun
der BlĂŒten Pracht
zu stumpfem Grau.

Als dann der Abend kam,
floh auch die Stille
und mit urtĂŒmlicher Gewalt
waren vom Wetter wir umgeben,
des Donners toben hĂŒllt uns ein
und nur im Strahl der Blitze
schauten wir uns ins Gesicht
und dies Gesicht
erschien uns fremd.

Von dunklen und bizarren Wolken
sind wir nun umgeben
und erkennen nicht,
wie fern am Horizont
ein heller Streif sich zeigt.
ZurĂŒck bleibt immer noch
die SchwĂŒle eines schweren Tages,
sie wird so lange uns begleiten,
bis wir getrennt
vom Grau der Wolken
den BlĂŒtenschimmer
wieder ahnen.
***
 

 

 


 

FĂŒr Sie

Ich habe viel mit dir geredet,
du wolltest mich ja auch verstehen,
doch letztlich blieb es nur beim wollen.
Du willst und schaffst es nicht,
du kannst auch nichts dafĂŒr,
dass du Vergangenheit nur siehst

Wenn du erkennst, dass wir
zwei Menschen sind,
wirst du begreifen, dass
manchmal Ferne besser ist als NĂ€he,
in der der Andere
sich nur gefangen sieht.

Schau doch mit klaren Augen
in die Welt, verweinte sehen nur
nach innen, sehn den Anderen nicht.
Glaub mir, mir geht es ebenso,
ich will auch nicht, dass einer leidet,
und kann doch nicht aus meiner Haut.

Zeit heilt nicht alle Wunden
und meine sitzen tief
und heilen sicher nie.
Erst wenn du das einsiehst, können wir
als Freunde auseinandergehen
und trotzdem leben!
***
 

 

 

 


Poesie

UnĂŒberhörbar und doch leise
ist Poesie auf ihre Weise;
bringt ihr machtvolles Wort
in jeden winzig kleinen Ort
unserer grossen Welt hinein,
um stets bei uns prÀsent zu sein.

Jeder Vers und jede Prosa hĂŒllen
mit dem Sinn, den sie erfĂŒllen,
Gedanken in feste Formen ein,
lassen ein wenig GlĂŒck herein,
verstreuen dabei schicksalhaft
Freude und auch Leidenschaft.

Ists denn Poesie, wenn ich reime?
Ich ersticke es doch schon im Keime,
wenn ich nur so etwas denke,
mir dabei den Geist verrenke
und glaube, ich wÀr ein Poet,
nur weil ich weiss, wie so was geht?

Dichter gibt es ja genug, und
wenn wir aus besonderem Grund
selbst auch ein paar Reime bauen,
mit den Themen Liebe und Vertrauen,
Hoffnung oder Abschiedsschmerz -
spricht im Grunde unser Herz.

Manche Verse, das muss ich gestehen,
mag ich wirklich nicht mehr sehen!
Und zu lesen in meinen Elaboraten
möchte ich keinem anderen raten.
Denn ich betrachte die Poesie
als anwendungstechnische Psychologie.
***
 

 

 

 

 

Warum nur?

Du schreibst meist nur traurige Gedichte.
Ist denn die Welt nur noch ein Jammertal?
Du schreibst dir alle Freude doch zunichte
und siehst in jedem Leben nur die Qual.

Von Narben schreibst du und von Wunden.
Wohin du schaust, siehst du Verdruss.
Betonst das Leiden gar in dunklen Stunden,
trÀumst niemals von der Liebe, dem Genuss?

Komm, öffne endlich deine Augen!
Schau, diese Welt ist wunderschön.
Mag sie auch zum Paradies nicht taugen,
du darfst nicht nur die Schattenseiten sehn.
***
 

 

 

 


Erloschen?

Der helle Schein,
das Kerzenlicht
erloschen, in
weihnachtlich geschmĂŒckte
RĂ€ume schleicht nun
ĂŒber Nacht
die Dunkelheit.

Mit Tannenzweigen
ĂŒberdeckten wir
das Elend dieser Erde.
Lasst uns nun zeigen,
dass heut und hier
das MitgefĂŒhl nicht nur
ein Schlagwort ist
fĂŒr Feierstunden.

Doch Reden nur allein
wird nichts verÀndern.
Wir mĂŒssen tun!
Denn Beten ganz allein
im stillen KĂ€mmerlein
kann nicht
die Lösung sein!
***
 

 

 

 

Christfest

Er entzĂŒndet ein Licht,
nicht nur fĂŒr diesen Tag,
es bringt uns Freude
und Frieden auf Erden
Ein strahlendes Licht
erhellt unsere Zeit,
gib uns Augen, Herr,
dass wir es sehen.

Wenn wir dann
dieses Zeichen verstehen,
wandert der Frieden weiter
ĂŒber die Grenzen,
Von Land zu Land
von Stadt zu Stadt
von Mensch zu Mensch
von dir zu mir.
***
 

 

 

 


Warum?

Es war eine Nacht,
wie viele NĂ€chte vorher schon;
da klopfte Gottes Sohn
ganz sacht
an unsere TĂŒr,
doch wir verriegelten
Fenster und Tor.
Er blieb draussen davor,
Hungrig, in zerrissenem Hemd.
Warum?
Er war fremd!
(Math.25,40)
***
 

 

 

 


Weihnacht, was bist du?

Weihnacht, was bist du,
was kannst du sein?
KerzenglÀnzender Stress
in rubinfarbenem Wein?

Schmerzvolle Erinnerung
an Tage - lÀngst vergangen?
Hoffnung auf Frieden,
voller Angst und Bangen?

Menschen, die sich verstehen,
Familien ohne Streit?
Gesundheit im Leben,
fĂŒr den Anderen mehr Zeit?

Weihnacht, du bist das,
was wir aus dir machen,
Lieben und Leiden,
Weinen und Lachen.

Mit dem Kind in der Krippe
ist Weihnachten da -
doch nicht weit von Bethlehem
liegt Golgatha!
***
 

 

 

 

 

Weihnachten damals ... und heute?

Ehre sei Gott in der Höhe!
man lobt und preist den Vater, den Sohn,
den Heiligen Geist.
Wir reiben uns die HĂ€nde,
falten sie mit Dank,
bĂŒndeln das Geld,
bringen es zur Bank,
erzÀhlen dem Freunde - ganz nebenbei -
dass der Umsatz wieder hervorragend sei.
Welch herrliche, festliche Zeit!

Freue dich, o Christenheit

Und Friede auf Erden!
Man singt es und betet und hofft,
dass man vielleicht dieses Ziel
irgendwann einmal erreicht!
Nur ganz in der Ferne,
man hört es nur schwach,
da fallen SchĂŒsse.
Bomben bei Tage, Raketen bei Nacht.
Wird der Mensch denn niemals wach?
Gottlob ist hier noch kein Krieg -
jedenfalls ist es noch nicht soweit -

Freue dich, o Christenheit!

Und den Menschen ein Wohlgefallen!
So tönt es als Solo, so klingt es im Chor.
Bald glaubt es ein jeder,
so schön liegt’s im Ohr.
Still! Ruft da nicht einer?
Ein Schwarzer? Ein Gelber?
Das ist doch kein Lachen!
Hunger klingt gleich,
in allen Sprachen!
Wir schau’n in den Kerzenglanz,
essen die Weihnachtsgans
und sitzen behaglich in unseren Zimmern.
Wer hört schon
wenn Kinder vor Hunger wimmern?

Es tönen die Glocken
so mÀchtig weit und breit:
Freue dich, o Christenheit..
 

 

 

 

Wer ist Gott?

So schwer fand ich damals die Frage nicht,
ich stellte sie oft Tag und Nacht,
fragte auch in der Kirche nach.
Die Antwort brachte mir kein Licht,
ich hörte nur von Amt und Pflicht.

Dann lernte ich sehr viel im Leben,
las auch so manches kluge Buch,
an keiner Stelle fand ich, was ich such,
kam damit meinem ernsten Streben
nicht nÀher, hab es dann aufgegeben.

Schließlich griff ich zum Wanderstab,
wollt fragen die Weisen der Welt.
Doch als ich diese Frage gestellt,
schwieg jeder wie ein stilles Grab,
statt dass er mir die Antwort gab.

Es scheint, dass ich sie nirgends fand,
die Antwort auf die schwere Frage.
Fragte ich am falschen Tage?
Ist sie vielleicht nicht interessant?
Ich glaube, Gott bleibt unerkannt!

Nach einem langen Leben heute,
mĂŒde von all meinen Problemen,
will ich die Zeit mir nehmen;
ich frag jetzt nicht mehr andere Leute,
was wohl der Name Gott bedeute!

Ich sitze unter einem Magnolienbaum
und frag ihn einfach ohne Spott:
»Was weisst du eigentlich von Gott?«

Die Antwort kommt ganz kurz darauf:
In der Sonne hellem Lauf
gehen plötzlich all seine BlĂŒten auf!


 

 

 

Bethlehem und der Friede

An diesem Orte ist nichts mehr,
so wie es jemals war.
Suchst du vielleicht den Frieden
auf dem Felde bei den Herden?
Du irrst, mein Freund,
in GalilÀa ist der Krieg zu Hause.
Statt des Sternes ĂŒberm Stall
nur Hass und Angst auf allen Wegen!

Du kniest in der Basilika,
erflehst fĂŒr diese Erde Frieden,
von fern her flĂŒstert eine Stimme:
Du wĂŒnschest dir den Frieden?
Welchen hÀttest du denn gern?
Es gibt an dieser StÀtte
keinen Frieden, niemals Ruhe,
da magst du beten oder nicht!

Wenn wirklich du den Frieden willst,
such ihn nicht dort in Bethlehem.
Nur in dir selbst kannst du ihn finden.
Ganz gleich, wo du auch wanderst
auf dieser wunderschönen Erde,
achte drauf, du triffst ihn ĂŒberall -
nur nicht in Bethlehem - denn dort
ist nichts mehr, wie es einmal war!

 

 

Spurensuche

Wo findest du die Spur
der freien Menschen,
die ihren Willen dem Commerz
nicht unterordnen,
die Stirn dem Leben bieten
und dazu ihr Herz.

Du findest Akzeptanz
nur bei den Heimatlosen,
die in der Mitte der Gesellschaft
stets am Rande stehen.
Du brauchst nur etwas Mut
und dazu dein Herz.

Frag sie nach ihrem Sehnen,
das sie stets verleugnen,
nach ihrem grossen GlĂŒck,
das niemals sie gekannt.
Frag sie nach ihrem Schicksal
und frag dazu dein Herz.

Wenn du dich selbst nicht kennst,
schaust nicht zur gleichen Zeit
hinter die eigene Fassade,
bleibst du ein Suchender;
dann gibt es keinen Ruheplatz 
fĂŒr dein eigenes Herz.

 

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