Wegekreuze


Herr, dreieiniger Gott

Wir bitten in dieser
friedlosen Zeit um den Frieden!

Für die Welt und ihre Völker.
Für die Länder und ihre Menschen.
Für uns selbst und unsere Herzen.

Dazu segne uns Gott der Allmächtige,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen

 

 

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Eigentlich wollte ich ja einen guten Text zum Weihnachtsfest schreiben. Ist leider nichts geworden, weil ich die Doppelzüngigkeit, die an diesen Tagen Überall zutage tritt, nicht auch noch unterstützen möchte.

Da liegt das Kind in der Krippe, wird angebetet, wird hofiert von kleinen und großen Menschen, reich beschenkt - Gold, Weihrauch und Myrre, so ist es überliefert. 
»Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen« singen die Engel auf den Feldern und Weiden und alles stimmt mit ein. So lesen und hören wir es Jahr für Jahr in den Kirchen zum Heiligen Abend. Und auch die, die mit der Kirche nichts am Hut haben, feiern dieses segensreiche Weihnachtsfest mit. Weil es ja ein Fest der Familie ist!

Ja? Ist es das wirklich, ein Fest der Familie? Ich bin da aber doch skeptisch! Zu keiner Zeit wird in den Familien so viel gestritten wie Weihnachten. Dabei ist es gleich, ob es im Herrgottswinkel auf dem Almhof oder auf der Warf einer Hallig, ob im Haus in der Eifel oder auf dem Hof in der Magdeburger Börde geschieht. Weihnachten sind alle mal wieder beisammen, die das ganze Jahr nichts von sich hören lassen! Und all die unausgeräumten Streitigkeiten treten ungehindert auf den Plan. Klar, Friede auf Erden - wenigstens für einen Tag - das wünscht sich eigentlich jeder. Aber auch jeder erwartet es nur vom Anderen! 
Bitte wasche mir meinen Pelz, aber wehe, du machst ihn mir nass!

Ein Kind wurde geboren, damals in einer Zeit voller Not und Armut, in einem Stall. Er brachte uns die Hoffnung auf die Welt. Die Hoffnung auf eine bessere Welt. Niemand hatte da etwas von einer »Riesenparty« gesagt, die dann jedes Jahr gefeiert werden sollte. Auch von einer Steigerung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr wurde an diesen Tagen nichts erwähnt ...krippe

Jesus Christus kam auf die Welt um uns zu erlösen -von allem Bösen. Und? Er hat es bisher leider nicht geschafft, auch zweitausend Jahre später bringt der Bruder den Bruder um; die Schwester wünscht der Schwester alles Schlechte der Welt. 
Deshalb, und gerade deshalb geschah dann auch Golgatha, rund dreißig Jahre später! Und all die sogenannten Propheten, gleich welchen Namens, die danach neue Religionen schufen nach ihrem eigenen Gusto, sie alle können dem Menschen nicht das Wasser reichen, der damals geboren wurde und der damals auch für uns starb!

»Weihnachten sollte nur für die gelten«, sagt mir mal jemand, »die auch an Christus glauben, für alle anderen dürfte es kein Feiertag sein

»Falsche Aussage! Auch für die Menschen ist es geboren, das Kind dort in der Krippe! Und auch gestorben für die, die es verhöhnen und die dieses Kind in der Krippe später ans Kreuz schlugen.

Das gerade ist doch Weihnachten! Es ist kein Fest der Familie, wie es immer propagiert wird. Keine Tralala-Party mit Pomp und Glitzer.


Es ist ein Geburtstagsfest, ja. Aber was für eins! Und alle, die so liebend gern Geburtstag feiern, sollten sich in diesen Tagen daran erinnern, dass der Herr geboren wurde, vor über zweitausend Jahren, in diesem heute noch aktuellen Palästina! Und dass er dort auch starb - im gleichen Land, und heute immer noch stirbt, Tag für Tag!€

 

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Gott ist mit uns

Von guten Mächten treu und still umgeben,
Behütet und getröstet wunderbar,
So will ich diese Tage mit Euch leben
Und mit Euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
Noch drückt uns böser Tage schwere Last,
Ach, Herr, gib unsern aufgescheuten Seelen
Das Heil, für das Du uns bereitet hast.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern
Des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
So nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
Aus Deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
An dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
Dann woll'n wir des Vergangenen gedenken,
Und dann gehört Dir unser Leben ganz.

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,
Die Du in unsere Dunkelheit gebracht,
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
So lass uns hören jenen vollen Klang
Der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
All Deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer (1909-1945)

 

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